„So war die erste Xplore für mich“ – Von Cosima Siegling

Dieses Jahr war die erste Xplore für mich. Den Freitagmorgen habe ich meine Yogamatte für den Workshop „Nacktes Partner Yoga“ ausgerollt. Der Workshop war sehr gut angeleitet und alle Übungen für jedes Level an Erfahrung gut auszuprobieren. Danach hatte ich dennoch gemischte Gefühle. Einerseits war ich sehr beeindruckt, wie offen die Menschen hier sind und wie wohl ich mich fühle mit 40 fremden Menschen nackt Yoga zu machen. Andererseits habe ich mich gefragt was ich hier auf der Xplore eigentlich mache.

Dabei ist viel Unsicherheit in mir hoch gekommen, da ich niemanden kannte und mich ein wenig verloren gefühlt habe. Mittags bin ich auf dem Weg zum Klo in einen Freund gelaufen, mit dem ich meine Gefühle und Gedanken teilen konnte. ?Er hat mich dann „mit genommen“ und einigen Menschen vorgestellt. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig es ist mich verbunden zu fühlen mit den Menschen, die mich umgeben. Auch wenn ich sie gerade erst kennen lerne.

Nun konnte ich also auch meine Erfahrungen und Eindrücke teilen, die mich bewegen und habe mich nicht mehr als verlorenes Kätzchen in BDSM-Dschungel gefühlt.

Am besten gefallen hat mir der Workshop „Such a Slut“. Wir haben mit einer geführten Meditation gestartet, um zu fühlen, ob da gerade ein Wunsch ist, dem wir folgen möchte, eine Fantasie, die hochkommt, Grenzen, die wir wahren sollen oder ein anderer Impuls, der in uns aufsteigt.

cosimaNach dem wir unsere Augen wieder aufgemacht habe und im Raum angekommen sind, konnten wir herumlaufen und sehen mit wem wir eine gute Verbindung spüren und gerne ein bisschen spielen wollen. Wie bei allen Workshops wurde auch hier besonderer Wert darauf gelegt, dass wir Verantwortung für uns selbst übernehmen und nur das tun, was sich gut anfühlt und wir möchten. Genauso wie respektvoll mit den Grenzen der anderen umzugehen. Safer Sex Utensilien wurden immer gestellt.

So entsteht ein sicherer Raum, in dem es möglich ist auszuprobieren ohne Angst dabei zu haben, dass meine Offenheit und Neugier ausgenutzt wird oder meine Grenzen nicht respektiert werden. Gleichzeitig entsteht dieses aufregende Kribbeln sich frei zu fühlen mit allen Wünschen ohne Scham und Gefühlen von Verurteilung.

Als wir uns als Gruppe gefunden haben, konnte jeder sagen, was er oder sie gerne in die Szene, die wir gemeinsam kreieren, mit reingeben möchte. Langsame, sanfte Berührungen, Seile und Augenbinden. Das war die Basis für unsere gemeinsame Szene. Und dann gehts los und es ist wie ein Tanz mit einander. Bei dem jeder sich einbringt, man achtet aufeinander und reagiert darauf, was der andere macht, wie er sich bewegt, was für Impulse man sich gegenseitig gibt. So entsteht ein wunderbarer Flow aus Berührung und gemeinsames Fühlen, mit dem man spielen kann und in dem man sich erleben kann.

Für mich war vor allem aufregend meine Augen verbunden zu haben. Meine Fantasie hat sich vorgestellt wie unser Spiel wohl aussieht. Doch vor allem konnte ich mir total aufs Fühlen konzentrieren und sehr genau wahrnehmen, was ich in meinem Körper spüre.
Zum Abschluss sind wir wieder alle in einen großen Kreis gekommen und haben noch ein paar tiefe, lange Atemzüge zusammen gemacht.

Vor dem Workshop hatte ich ein Gespräch mit einer Frau. Sie war auf dem Weg zu „being bad“ und ich zu „Such a slut“. Als wir uns verabschiedet haben, meinte ich: Enjoy being bad und sie meinte: Enjoy being a slut. Und mit einem hell yeah habe ich mich umgedreht und innerlich meine „cosmic slut“ umarmt. Dieses Wort, wie das Ausleben unsere Sexualität wird oft negativ assoziiert und abgewertet. Doch wie in dem Workshop geht es darum, neugierig zu sein, auszuprobieren, auf sich zu hören, deinen wunderschönen Körper zu feiern und zu genießen (allein und mit anderen) und wie der Name der Xplore gut ausdrückt: Es geht darum zu entdecken!
Und dabei alte Denkmuster, Verurteilungen oder Scham nach und nach Loszulassen.

Ich bin immer noch sehr berührt von dem liebevollen, offenen Umgang auf dem ganzen Gelände. Ich denke, dass ein Großteil der Bevölkerung sich nach mehr Körperkontakt sehnt und das nicht unbedingt im sexuellen Kontext. Vor allem Umarmungen, sich streicheln, sanfte Küsse oder gemeinsames Kuscheln ohne ein Gedankenkarusell im Kopf zu haben, wohin das jetzt führt, sind Balsam für Körper und Seele.

Hier meine drei Hauptpunkte, die ich neben den Erfahrungen mit nehme:

1 – Consent

Was will ich? Was will ich nicht? Was sind meine Grenzen und Wünsche und wie kann ich das kommunizieren?
Es geht um consent. Denn nur wenn jeder Verantwortung für sich übernimmt, kann so ein Spielen mit einander erst entstehen. Sicherheit und Spaß sind die wichtigsten Dinge! In jedem Workshop wurde am Anfang betont, dass wir selbst entscheiden was wir machen wollen oder nicht. Und wenn wir uns in einem Punkt aus der Situation rausziehen, dann ist das komplett ok.
Da ist keine Scham oder Verurteilung – eher Zuspruch, denn es zeigt du übernimmst Verantwortung für dich.

2 – Ich muss nicht alles ausprobieren 
Offenheit heißt nicht, dass ich immer alles ausprobieren muss oder dass mir alles gefallen muss.
Gerade in einem Umfeld, wo ausprobiert werden darf, ist es umso wichtiger mir selbst zu vertrauen, das ich spüre, was sich gut anfühlt. Es gab einen Rollenspiel Dungeon. Viele waren richtig begeistert davon und ich habe mich eher gegruselt bei der Vorstellung da rein zu gehen, gepaart mit ein bisschen Neugier natürlich.
Dabei habe ich mich gefragt: Soll ich es einfach mal ausprobieren, bin ich nicht offen genug?
Ganz egal! Wenn ich nicht ganz sicher bin, dann eben nicht.
Sag JA zu deinem NEIN.

3 – Menschen sind so schön
Wow! Ich bin tief berührt von der ganzen Schönheit die ich dort gesehen habe. Nackte Menschen ineinander verschlungen, gerötete Haut von Leder gestreichelt. Diese Kombination aus Sanftheit und Schmerz fasziniert mich.
Es dürfen auch mal Tränen kullern und Unsicherheit darf ausgesprochen werden.
Viele tolle Menschen, die sich genießen, sich selbst schön finden und bewusst und liebevoll mit einander umgehen.

Für mich war die Xplore ein Ort von Liebe, Akzeptanz, Freiheit, Offenheit und das Feiern unserer Sexualität, unserer Körper und unserer Fantasien 🙂 Cosima

Auf meinem Blog findest du verschiedene Beiträge und Inspiration, die Liebe zu dir Selbst zu entdecken, wie zu Sexualität und einem bewussten, positivem Mindset.

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Ram Teid

Ich informiere, unterhalte und verbinde Menschen. Ich bin Zeitungsmacher und Netzwerker. Das habe ich schon immer gerne getan, von der Schülerzeitung über die Tageszeitung hin zu meinen heutigen Newsletterprojekten und Websites. Durch meine Informationen finden Menschen Gleichgesinnte. Zusätzlich werden sie gut unterhalten, denn Humor ist mir wichtig.